Früchte

Erinnerungen an die Zeit als alles begann.

Im Sommer 1980 oder so, diese Farben, unweit von Nizza leben wir, eine Gegend der Künste, etliche Maler und andere Kreative wohnen hier in der Nähe. Es duftet, die Stimmung ist gelassen, das Essen leicht und wirklich sehr formidable. Es war ein heißer Samstag im August, kein Wölkchen am Himmel, die Eltern in Übersee, das ganze Anwesen lag mir zu Füßen. Madame und ein Bediensteter, die 2 Hunde und meine Katze Charlotte, endlich Ferien. Eingeladen habe ich 2 Freundinnen, wir lernen gemeinsam in der Klosterschule.


Es war am späten Nachmittag, Claudine hieß die eine, an den Namen der anderen erinnere ich mich gerade nicht, aber irgendwann läutete es. Francis, der Gärtner und Koch, der Mann für alles im Hause, lies die 2 eintreten. Die Fahrräder stellten sie an den kleinen Baum, im luftigen Kleidchen kamen sie, ein Korb mit Leckereien, ich sehe es richtig vor mir. Wir umarmten uns, es gab links und rechts ein Küsschen, dann setzten wir uns auf die riesige Terrasse. Es ist etwas höher gelegen unser Anwesen, der Blick über die Dächer, in 3 Kilometer erkennt man das Meer.


Begrüßung, angestoßen haben wir mit einer Fruchtschorle, Madame hätte es nicht zugelassen, dass wir auch nur einen Tropfen Alkohol angerührt hätten.


Endlich nichts tun, raus aus den strengen Anstaltsklamotten in der Schule. Aus dem offenen Fenster ertönte Musik, Francis bereitete das Picknick vor, ein wunderbarer Mann. Wie der immerzu schaute, wir bewegten uns entsprechend dankbar, in der Hoffnung dass er uns wenigstens ein Schlückchen vom Rotwein in die Kehlen schmuggelt. Madame gesellte sich bald zu uns, Francis servierte alles schmackhaft, eine wirkliche Farbenpracht. Die Blicke in seine Richtung, Madame hat wohl was mit ihm, dies dachten wir alle drei damals. Er, groß, starker Blick, gepflegt, er könnte sogar Tennislehrer sein, die weiße kurze Hose mit dem Krokodil drauf, das passende Shirt, wir waren mitten drin….


So eine Körperlichkeit, die straffen üppigen Formen von der Gnädigen, hier und da ein Tröpfchen Schweiß auf der Haut, wir wären in der Überzahl. Natürlich sind solche Gedanken gefährlich, man reagiert, erwachsene Männer spüren dies, Madame gab mir damals die ersten Tipp´s, Vorsicht ist in jedem Falle geboten. Hier an so einem Platz, da ist man ganz da, der Moment stark, immer wieder schaute er zu uns, während sie die unendlich langen Stäbchen verteilte, mit denen wir uns aus einer großen Glasschüssel Fruchtstückchen heraus pickten. Was wir sofort merkten, eine Mischung, ob da etwas Obst gegoren war, das weiß ich bis heute nicht.  Anmerken ließen wir uns nichts, etwas später goss Francis noch die vielen Blumen, wir dösten einfach vor uns hin, Madame lag auf der Liege, ihr Buch war bereits still.


Gegen 22 Uhr ging langsam die Sonne unter, wir weckten die Gnädigste und begaben uns ins Haus. 2 Etagen, gelblich, große Fenster mit Blumenkästen, ein flacher Anbau in welchem Francis schlief, dann wenn er nicht heim wollte. Der Stall mit den Pferden ist im Sommer leer, sie gehen immer mit auf Reise. Gemütliche Musik, das Wohnzimmer mit offener Küche, wir waren nun für uns, Francis schon auf dem Weg nach hause. Etwas Champagner aus dem Keller klauen? Madame oben, ihr Zimmer ist nach hinten raus, los, 3 Gläser und langsam Tanzen. Fröhlich, wir versetzten uns in die Herrschaften, wie diese Zigarren rauchend der Damenwelt die Offerten machten. Wenn wir dann dran sind, noch ist Zeit…


Wenn ich heute so darüber nachdenke, die Besuche in den Museen, Madame Riot, so hieß meine Mentorin, sie zeigte mir immer die wollüstigen Gemälde, starke Männer, kämpfend, nackt, oder sanfte Musen, in hauchdünnen seidenen Hemden. Regelmäßig gingen wir ab meinem 15. Geburtstag, sie spürte wie sehr es mich interessierte, es reizte mich die pure Bildhaftigkeit, gepaart mit ausschweifenden Erklärungen von ihr. Diese Reife taugt sehr, mit den beiden geht es nur bis zum albernen Aufziehen. Natürlich erregte es, aber nicht so wie im Museum, die Herrschaft der Erzieherin brauchte ich, sie erzeugte Sicherheit, hatte Verständnis wenn ich auf einmal benommen war und schnell auf die Toilette ging. Erste Erfahrungen, alles so sehr nass, ich begriff die Natur in mir, erkannte was es bedeutet, die Lust wuchs nun langsam, darauf achtete sie besonders. Lächeln tat sie, wenn meine Knospen unterm Hemd in Form gerieten, ich wurde rot, das gefiel ihr sicher sehr. Jedenfalls bewies sie mir jedes mal, dass auch in ihrem Körper noch vitale Lust herrschte, auch wenn die Brüste meiner Ziehamme wesentlich größer daher kamen, ob das Liebe war?


Kurz nach Mitternacht brachte ich meine beiden Freundinnen ans Tor, sie radelten davon, traumhaft schön, ein klarer Himmel, alles so friedlich hier.


für Maria

„Es gibt Lippen, die sind der Eingang zur Hölle.“