Kammer

Die erste Nacht. (33)

Wenn ich aus dem Fenster schaue, das kleine Dorf, wie eine Insel, die Konzentration ist profund. Den Zeitpunkt habe ich richtig gewählt, gut dass Sie dabei sind, egal wann es gelesen wird, es verbindet. Eine gute Flasche Wein, geöffnet, ich lese den Ort, ich versuche es, schwer auch das Wissen über diesen Platz hier. Fast lenkt es ab, so stark die Energie, ein Kampf, jetzt, wohl kaum. Ferne, ich mittendrin, der Trubel von daheim ist mir schon fremd. Keine 100 Seelen hier zuhause, das Zimmer, für Fremde wie mich. Die kleine Kapelle, die Historie, glauben muss man hier, es ist echt. Es polarisiert, ein inneres Feld, der Wein ist pur. Besinnung, ja, meine Erfahrungen manchmal tabulos, ganz klar, normal? Fragen, mein Körper heizt von innen, die Haut sitzt straff, ganz dunkel ist es nun. Wie alt wird dieses Haus hier sein?

Anders hier allein zu sein, nicht Einsamkeit, nur das Schwerelose fehlt, man konkurriert mit einer Vorgabe, lernt sich neu kennen, es wird etwas dauern bis ich mich traue.

Schallplatten, die Strapazen beim Ballettunterricht, Linientreue, unter strenger Beobachtung, Rhythmus, klar, nur selten ein Marsch, Fliegen, Träumen. Was ist Luxus, hier sein zu können, das edle Gefährt, sorglose Jahre, Sicherheit?



1333 Geschichte, ein ganz besonderes Buch. Geheimschrift und Grundlage für das Schreiben.

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irgendwo bei Nizza 1983

Es war wohl die strikte Abgrenzung, die, welche, wenn man sie sich leisten kann, Unbeschwertheit erzeugt. Gedanken an die Zukunft hatte ich immer, zwangsläufig, das Training für eben diese war hart, und heute? Angenehmes Schweifen, das betagte Papier der Bücher und Schriften, die breitbandige  Stringenz. 1966, 52 Jahre ist das her, eine Ewigkeit? Realismus, etwas Abstraktheit, viele Streifen auf Kleidern und formellen Trikotagen, gut angezogen, es viel mir sofort auf. Immer, die Etikette, ungewollt, sicherlich, aber es hilft zu ordnen. Trott, das Eintönige, auch nicht selten, der Ort macht viel aus, Bewegung, Reisen und nun bin ich hier und sitze bei Wein und einer Zigarette, um mich in Stimmung zu bringen. Ein Resümee, eine Bestandsaufnahme des Halbmarathons? Ein guter Tropfen.


Morgen kommt übrigens ein „Fremder“, er hilft mir beim Sammeln, unterstützt beim Schreiben, ein wahrer Meister soll er sein. Empfohlen hat ihn mir eine ältere Dame aus Paris, deutscher Abstammung, der Gnädigen hat er wohl den Teufel ausgetrieben. Passend für dieses Spektakel hier, für die schweren Kapitel, danach geht es an die feuchtfröhlichen Episoden. Wie spricht man so einen Mann eigentlich an? Herr Exorzist wohl kaum, unheimlich, diese Gedanken, werde mich jetzt hinlegen, diese Stille da draußen, wirklich eigenartig…


für Maria


„Eine Frau gleichgestellt, wird überlegen.“

Sokrates