Schatten

Alles so nah, so stark.


„Ich kenne alles, nur mich selber nicht.“

François Villon

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2013 (Radweg)

Sparsames Mittagessen, Kartoffeln, etwas Butter, Käse, die Vorgabe von Herrn Doktor. Ein Spiel ist das nicht, Madame erzählte früher immer grenzwertige Geschichten, kontrastreich, aufregend, verboten. Langsam, etwas weißen Wein dazu, die gute Säure, ein Festmahl. Ich las nochmal das Geschriebene, legte mich auf das Bett, lauschte dem Ticken der Uhr. Irgendwann schlief ich ein, als ich aufwachte war es 16 Uhr.


Zusammen gebunden die Haare, den langen Mantel, Kapuze, ein kalter Tag, der Abend wird nicht wärmer werden. Zu Fuß, durch die Gassen, habe noch keinen wirklich kennen gelernt, hier zu wohnen macht sicher egozentrisch mit der Zeit, man lebt mit dem Ort, die Geister spürbar. Die Geige, in dem kleinen Musikstück gestern, ferner Charme, was mochte er so daran? Womit verband er es, Orte, eine Begebenheit, etwas tragend war es schon, passend, sicher. Im Haus traf ich die Herrin des selbigen, wir unterhielten uns kurz, Erkundigungen über mein Befinden, welchen Eindruck ich gehabt hätte, vom unbekannten Gast. Nicht sehr lange, dann ging sie wieder in ihre Wohnung am Fuße des Hauses, schaute noch etwas nach, ich bemerke alles.


Sehnsucht
Ich habe das Gefühl er wohnt in diesem Ort!

Ich unterhielt mich ja über Gefühle mit ihm, ob ich unterscheiden könne, wie war es ehemals, wie ist es jetzt. Überlegungen, beim Gehen, ich fühle mich beobachtet, erforscht, ist dies mein Wille? Mauern, Dächer, die ursprünglichen Techniken, es läuft sich erhaben, bin völlig irrational, keine Ablenkungen, hab gelernt selbst Andenken zu kreieren. Ich vermied es an der Kapelle vorbei zu gehen, nahm andere Wege, am Rand entlang, keiner Menschenseele begegnet, irgendwann kam die Dunkelheit.


2 Stunden war ich unterwegs, hatte Lust bekommen, wollte in Madames Buch lesen, der Schatz, Gedichte, sie hat vieles im Zusammenhang betrachtet, gar nicht leicht hier zu suchen, die Findung ist generell. Als ich in die Straße einbog, ich traute meinen Augen nicht, Herr Doktor kam aus dem Haus, ich war noch ca. 100 Meter entfernt, er war es, lief schnell in die andere Richtung, ebenfalls eingehüllt, ich kann mich doch nicht so täuschen.


„Was weiß sie?“

Schnell lief ich zum Haus, schaute nach dem Mercedes, war in mir unsicher, was hatte ich der Hausherrin eigentlich berichtet, über ihn? Etwas zittrig schloss ich die Tür auf und rannte versucht leise die Treppe hinauf. Abgeschlossen war die Wohnung, dennoch hatte ich ein mulmiges Gefühl, hier muss jemand gewesen sein. Ich wollte gerade die Tür abschließen, da klopfte es.


Kombination
Wie viele Tage waren es damals?

Die Hausherrin übergab mir einen Zettel, nickte nur, hielt den Zeigefinger auf ihren Mund und lies mich allein…


Es ist alles echt!


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„Die volle Gleichberechtigung der Frau wäre ein kolossaler Rückschritt.“

Anita Ekberg