Sentenz

Begrüßungen und Abschiede.


Bevor ich mich über die Tage mit Doktor Morten auslasse, die Schriften und Bücher interpretiere, mal wieder etwas aus der Vergangenheit. Gabriela, mit ihr habe ich ja viel erlebt, gerade in den frühen 80ern. Sie waren zu Besuch auf unserem Anwesen. Perfektionismus, der gewohnte Schutz, wunderbare Frühlingstage. Natürlich braucht man Kontrast, das echte Leben, so würde ich es heute bezeichnen, Brücke und Zugang verschafften uns die Kontakte über unsere Bediensteten, sie waren ja immer eingebunden, hatten Freunde und Verwandte bei großen Festlichkeiten mit vor Ort. Jedenfalls war es auch so, an dem Samstag damals, es war warm, die Blütezeit, Gefühle, schnelles Verliebtsein, Lust auf Abenteuer…

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Gabrielas Mama, ich lernte sie erst jetzt, durch den Doktor richtig  kennen, eine wunderbare Erfahrung, ihr Humor ist schon sehr speziell, ist mir damals nie aufgefallen. Wir saßen, wir waren bestimmt 60 Leute mit der Kapelle und den Bediensteten, an der langen Tafel, die Anlage spielte typische Musik, man träumt, es verbindet sich. Nachdem Gabrielas Mama fertig war, schob sie mir einen Umschlag zu. Dies tat sie nicht etwa heimlich, nein, sie tat es zwar dezent, aber schon stehend und mit einer Ansprache, die zugleich Lehrstunde war. Ich bekomme den Wortlaut nicht mehr ganz hin, aber inhaltlich wurde über die Bitte, dass doch alle mal herhören, die Information an die Anwesenden ausgegeben, dass ich nachträglich zum 18. Geburtstag eine kleine Überraschung bekomme. Etwas errötet, einen kleinen „Schampusschwipps“ hatte ich sicher auch, ich öffnete den Umschlag. Gesichter auf mich gerichtet, die Fassaden wohlwollend, einladend, jeder wusste, dass dies keine Bravo oder der Kinogutschein für einen Hollywood-Film ist. Da ich bereits eines besaß, mich nicht beschweren konnte, wurde mir beim Öffnen dieses Exemplars allerdings schwindelig. Dekadent wäre auch, es Sparbuch zu nennen, Lebenshilfe nannte es Gabriela, sie war eingeweiht und umarmte mich, sie freute sich. Vergleichbar für Francis oder seinen Neffen wäre es mit dem aufkommenden Gefühl nach einem Lottogewinn. Eine Million Deutsche Mark auf klassischem Sparbuch, was sollte ich sagen, es gibt Peinlichkeiten, die sind unbeschreiblich. Da es der Vater von Gabriela merkte, ergriff er meine Hand, schaute in die Menge, nahm das Buch und fing an zu philosophieren. Alles freute sich, er war im engen Kreis wirklich sehr unterhaltsam…

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(Wortlaut)

Liebe Gäste, ihr kennt doch Einstein, der mit der Relativitäts-Theorie!? Nicken, Anstoßen, Lächeln und wartende Blicke. Maria hat von uns eine Million geschenkt bekommen, ihr ist es etwas peinlich, aber so ist es nun einmal. Daraufhin fragte er in die Runde, wer hat gerade Eintausend DM in der Tasche? Fast alle, außer die Bediensteten, die sich mit uns amüsierten, hoben mit lustvollem Juchzen den oder die Arme. Nun kam die Sache mit der Theorie, er fragte nun alle, von euren Tausendern, würdet ihr Maria jeweils eine Mark schenken? Jetzt? Alle nickten. Damit war das Thema für ihn abgeschlossen, mit den Worten, seht ihr, das ist Relativitäts-Theorie praktisch umgesetzt, beendete er seine Einlage und wir freuten uns auf einen Abend in der Stadt, im echten Leben, Gabriela und ich, aber auch der Neffe von Francis…

Ob ich erzähle was damals passiert ist, in der Disco, mal schauen!


Diese Momente in der Vergangenheit, wichtig, gerade wegen der Schriften!

Man fordere nicht Wahrhaftigkeit von den Frauen, solange man sie in dem Glauben erzieht, ihr vornehmster Lebenszweck sei — zu gefallen.


Marie von Ebner-Eschenbach


Der Orden - Illuminati magistri Dresdenb Landshut Klingenberg am Main