Essay

Von großer Lust getrieben.

A coelo usque ad terram


 


Wir waren unterwegs, der Herr Doktor und ich. Mit dem Zug fuhren wir nach Jena, 3 Tage hielten wir uns da auf. Wir besuchten den historischen Friedhof, Begegnungen, die Entfernungen, unser Geist, weit weg, herrlich. Plätze, Orte, alles war so anders, erwacht aus einem Traum, die Zeichen der Zeit, wir haben einiges entdeckt, bin noch am Sortieren. Abends haben wir die Bücher erforscht, immer 3 Exemplare, verschiedene Vorgehensweisen, Offenbarungen, Erkenntnisse. Was diese Sache angeht, ich ordne, alles darf ich nicht aufschreiben, es muss erkannt werden, unentdeckt, wir haben Spuren hinterlassen. Nachts gingen wir durch die Stadt, tagsüber Wanderungen in den Ländereien, große Namen, Schlachten, es ergab Sinn, Atemnot hatten wir nicht, die Bibliothek immer dabei. In der Früh, an einem Montag, es ging nach Erfurt, ein kurzes Treffen, Verabredungen, der Plan wurde geschmiedet, dann für weitere 3 Tage nach Eisenach, Gotha war die letzte Station, das Wiedersehen mit Gabriela und Frau Richter, aber alles zu seiner Zeit…


Ein heftiger Regenguss heute, der Herbst meint es ernst, der Doktor hat mir seine letzten Schriften übergeben, ich platziere sie sobald es mit Gabriela und Frau Richter besprochen ist. Sie haben die Reise auf sich genommen, die neuen Eindrücke, das Erlebte, unsere gemeinsame Erinnerung, alles wird dazu gegeben.

Die beiden schlafen übrigens schon, tief und fest, ein schöner Himmel, die Kerzen, dunkelste Nacht, Balken, die kleinen Fenster, Dächer, enge Straßen, ich schwebe, will alles festhalten, notieren, verstehen Sie?

Wo bin ich?

Es beginnt jetzt:

Das Statut, die zwei Seiten, alles ist vorbereitet, Anneliese wurde unterrichtet, sie gab das Zeichen, der richtige Moment. Schreiben hilft, der Doktor heilt, die Behandlung weit fortgeschritten, alle Pforten bewacht, dahin kommt keiner ohne Meldung…

Das Statut - Der Hexenorden
Niemals aus der Hand geben!

Hexen, wer dies als Schimpfwort benutzte, diese Denunzianten, der Doktor hat gesprochen, die Mittel sind gewählt, alles gehört zusammen. Immer wieder ein Name, der Teufel ist es eben doch nicht, Blicke, ein Misstrauen, entgegen jeden Instinkt, ein Unheil, die große Schuld, wir müssen Richten! Schreie, immer wieder Schreie, alle hörten weg, wir sehen Euch, unser Anliegen ist bekannt, es hält uns keiner auf! Gerade in Jena, die Gedichtbände, das große Werk, wir ahnten schon, es musste das Fundament sein, die Basis, nun wird gebaut, neue Fenster, viel Licht, unendlich viel Licht!

Es ist uns ernst lieber Herr!

 

Facinora nefaria


Till Mirabeau


Es war in Jena, auf einem Dachboden, unweit der Universität, betagtes Haus, gerade richtig. Eine interessierte Dame, von außerhalb, ihre Linien, am ganzen Körper, ihr Leib sprach Bände. Stille, erstes Herantasten an das Gebäude, Kälte, wir hatten sie lange nicht gesehen, das Tuch erkannte der Doktor gleich. Warum, eine kleine Fragerunde musste sein, stramm, kein Zittern, Gänsehaut, Urvertrauen…

Das Statut

Modus Operandi

Die Hexe, aktiv, vital, im Tun, sie wirkt, weiß was es bedeutet, Unendlichkeit. Alle spüren es, meisterliche Zofe, Königin, das Spiel mit den Sinnen, die hohe Kunst der Verführung, Chemie und das Wesen. Überall, unentdeckt, er oder sie ahnen es, wissen?

Das tun nur wir!


Feminae Magister Diabolus

Des großen Meisters, des Doktors Mitstreiterinnen, geprüft, erfahren, mehr als ein Titel. Es ist die Kunst, das Können, es öffnet tatsächlich, der Weg ist frei, Verstehen, Kommunikation, Verstand. Schamanische Spiele, das Leben, der Tod, alles vereint.

TEUFELSWEIB

Facultas Docendi

Erlaubnis zu Lehren, die Gabe zu Geben, der Orden wächst, die Hexen erwachen.


Cecilia

Eine Meistergehilfin, exzellent, unwiderstehlich. Ihr Statut als Beispiel. Darunter das Gründungsdatum, der Ort, verstehen Sie bitte, das Datum:

13.3.13

im neuen Jahrtausend. Wenn Sie das Datum spiegeln, im letzten Jahrhundert, zu welcher Erkenntnis kommen Sie?

31.3.31
Suchen Sie!

SANTA JUANA DE ARCO
BILDER AUS DER DUNKLEN ZEIT

Naturalia non sunt turpia

Das Natürliche ist nicht anstößig. Leben, mit sich selbst, ohne Verbote, wir nähern uns dem Komplex Anneliese Michel, der Exorzismus, bei ihr, ein falscher Weg.

Körperlichkeit, die Lust, ein biologischer Zyklus, das alles gegen willkürliche Gesetze. Macht, falsch verteilt, Ungläubige im falschen Gewand, Leid, Schmerz, die Seele weint, der Körper schreit. Kein Kreuz, die Schuldigen erkannt, im engsten Kreise. Kampf, immer wieder sein Name, die Schläge, das Verfluchte, Anneliese litt sehr stark, die Angehörigen fremd, erlegen dem Wahn, Schweigen! Verführung, psychotisch, Blut im Geiste, Sadismus, sie spürte die Ängste, lies es raus, der Untergang, ihr Untergang. Vom Kriege verdorben, hassgeprägt, die neue Zeit, sie war allein…

Virtutem Retrahitur

Virtutem RetrahiturKonzentration, vereinte Macht. Der Orden arbeitet, es wirkt in breiter Flur, es gibt starke Bindungen, die Kräfte unbeschreiblich. Anneliese Michel, ein Opfer, die Gewalten, das Mächtige, die Zeit ist reif, Sie müssen unbedingt forschen, hören Sie die Worte, die Schreie, es ist verständlich, erklärt einiges. Nur Angst dürfen Sie nicht haben, es muss Sie erfüllen, wie es uns erfüllt, es sind die Frauen auch gewesen, die „ihn“ retteten, die Flucht, das Versteck, die Medizin, die Insel! (52)

Erinnern Sie sich?

Ich stehe jetzt gerade am Fenster, die Nacht, der Sturm, ich werde noch etwas lesen…


für Maria


Es gibt keine guten Mädchen, die böse geworden sind – nur Mädchen, die schon immer böse waren.

Mae West

Bald mehr…