Quartett

Erinnerungen, ein Leben lang.


Nebel

Nicht ganz leicht, schwere Wochen, das Ordnen war komplizierter als wir dachten. Gotha, mit dem Doktor holte ich Frau Richter und Gabriela vom Bahnhof ab. Kaum Worte, Blicke, ein Studium, die frühe Dunkelheit gab Ruhe. Die Zeit, das „Wann“, rollenlos, ohne Wirkung ist dieser Umstand nicht, unser Wille…

Die ersten zarten Flöckchen, stark genug mich zum Schreiben zu verführen, Kraft, wie misst man sie? Mittlerweile bin ich zurück, Paris, mein Herz, Möglichkeiten, ich freue mich, schön dass wir uns verstehen!

Eine kleine Ankündigung:

Ich werde in den kommenden Tagen schreiben, die Reisen, Treffen, gute Gespräche, der Meister hat viel zu tun. Jena, Thüringen, Deutschland, wir waren in Dresden, Begegnungen, unerwartet, stark, an Zufälle glaub ich nicht! Unsere Welt, Welten, die Melodien, das Wortgeflecht, ein weiteres Jahr. Gabriela hat gestaunt, so unerkannt, fast unschuldig, in der Fremde lernt man viel Neues kennen, Abenteuer…


Dr. Morten (2012)

„Nein, nicht unterbrechen, nein…!“

Irgendwann gelang es Dr. Morten aber den Türgriff zu fassen, nach Sekunden, Minuten, Stunden? – Jedenfalls – Im Augenblick des Aufschiebens knallte es sehr laut, der Zug wurde von einem Tunnel „verschluckt“.

Stille, Dunkelheit, kein Laut...

Alles um mich herum wie in einem Traum, bald schon hörte ich den Zug wieder schnaufen, dunkel ist es immer noch. Auf dem Boden kriechend, merke ich, dass meine Augen verschlossen sind. Ich öffne sie langsam, der Gang ist schwach beleuchtet, alles verschwommen. Die Tür zum Abteil ist offen, das Fenster, an welchem ich mit Dr. Ganz stand, es ist angekippt. Aus der Abteiltür wird ein Stück Vorhang durch die Zugluft gewirbelt.

„Ich fühle mich wie nach einem Drogenrausch, es ist leider grässlich.“

Mit einem dumpfen Hauch spuckte der Tunnel, nach gefühlten 20 Minuten, den Zug wieder in die Landschaft…

Im Abteil:

Frau Zarovsky sitzt am Fenster, schaut hinaus, sonst niemand. Weder Dr. Ganz noch der Ober, aber auch Maria und Julia sind unauffindbar. Ich sehe mich um, alles immer noch wie in Zeitlupe. Bemerken Sie mich gar nicht? Frau Zarovsky, wo sind Julia und Maria, wo der Koffer von den Beiden? Wo ist Dr. Ganz und der Kellner??? Was war hier los?

Sie schauen zu mir, sind ganz ruhig, ihr Hosenanzug sitzt perfekt, der Lippenstift ist frisch aufgetragen. Der Zug fährt und fährt. Nach ein paar Minuten, ich sitze Ihnen gegenüber, komme langsam zu mir, erzählen Sie mir alles. Der Kellner hat die beiden jungen Frauen mitgenommen, Dr. Ganz ist ebenfalls verschwunden…

… Sie hatten alles versucht ihn aufzuhalten, aber er wollte die „Jungfrauen“ für sich, er hat Sie nicht beachtet. Ungeniert lagen die drei auf dem Boden, der Kellner vergnügte sich mit Maria und Julia! Sie mussten zuschauen, Ihr Blick war wie gefesselt und von fremder Kraft geführt. Im Schutze des Tunnels ist er dann verschwunden, mehr gibt es nicht zu sagen, haben Sie mir erklärt.

Nach einer Weile schliefen Dr. Morten und Frau Zarovsky ein, verpassten die goldene Stadt Prag, in „tiefer Nacht“ erreichte der Zug die ungarische Grenze. Erst hier wurden sie wach. Die Kontrollen, der Lokomotivwechsel waren erledigt, der Zug nahm wieder Fahrt Richtung Budapest auf. Typische ungarische Landschaft bot sich Dr. Morten und Frau Zarovsky. Vorbei an kleineren Städten, an Dörfern, hier und da Ziehbrunnen, lange Abschnitte die keinerlei Zivilisation aufwiesen. Das Wetter stabil, Unterhaltungen darüber und auch über das gerade zu sehende. Ab und zu laufen Mitreisende auf dem Gang vorbei. Ein Gespräch hier, ein anderes in der Ferne. Verschiedene Sprachen, Dr. Morten ist am Nachdenken.

Gedanken: Ist das alles Teil des Planes? Hat mir der Herr Hubert etwas verschwiegen? 1988 haben wir es jetzt, es ist alles komplizierter. Dr. Ganz ist nicht mehr da, ich bin etwas verunsichert. Und das Schlimmste ist: Frau Zarovsky hat es mitbekommen. Als ob sie etwas weiß, als ob sie mir etwas verschweigt. Was war vorhin wirklich los? Ich werde noch verrückt… Es muss funktionieren, sonst ist alles umsonst und auch Frau Zarovsky wird nicht an das Ziel kommen, welches sie erreichen möchte.

Noch 1 Stunde Fahrt, dann sind wir in Budapest. Eine Flasche Champagner und Pralinen haben wir ja noch, wir suchen das Hotel und dann erstmal Ruhe. Muss zu mir kommen. Maria und Julia, ja, die sind weg.

Ich bin wirklich sehr durcheinander. Ruhe bewahren...

Als der Zug in den Westbahnhof einfährt, Frau Zarovsky und Dr. Morten stehen mit ihrem Gepäck schon an der Zugtür, ertönen die unverwechselbaren Ansagen aus den großen, alten Lautsprechern.

Überall Menschen, es qualmt hier und da. Schweres Quietschen, langsam hält der Zug, die Türen öffnen sich, beide steigen aus, bleiben stehen, angekommen…

Alles beisammen?

„Da vorn Frau Zarovsky, da müssen wir hin. Da stehen die Taxen die uns zum Hotel bringen. Herr Hubert hat uns alles aufgeschrieben. Wir müssen los…

Leben

Leserückblick, wie „naiv“ er doch war! Welche Stelle war es?


 


1988, in der Küche, bei einem Schulkameraden, ein kleiner Satz, Fragen, Antworten. Grenzgang, Urlaub, Rückblick, Geschichte… Das waren Zeiten!    [Stille Post]  (Hinweis)


Bis bald…

für Maria


Die meisten Menschen geben ihre Macht auf, indem sie denken, sie hätten keine.

Alice Walker

Es ist nicht was war wahr, es ist was kommen wird wahrscheinlicher. Originaltexte der Illuminati - FE - Der Orden der Frauen.

"Ich bin in Gedanken bei Dir!" T.M.

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