Karneval

Ein Umtrunk, etwas Unterhaltung.

Wie lang ist das her Maria?

Es war die tolle Zeit angebrochen, wir saßen beisammen, Magdalena Z., ganz neu, nicht unschuldig, nein, etwas zugeknöpft, verschlossen, ja sicher, aber doch frei im Geiste! Hochgeschult in der Maskerade, jedes Detail muss stimmig sein, ihre Wollust, dezent ordinär, hochgradig ansteckend, keine Frage!

Ihre Geschichten spielen alle in früheren Zeiten, damals, als Klassik noch die Moderne repräsentierte, das Pudern alltäglich war. Horizonte Ihr Lieben, nichts lässt sie aus, die Feine! Welche Musik passt zu einer kleinen Leseprobe Herr Doktor?


 


magdalena z. geschichten für gemütliche leseabende


Praxis

Ein später Nachmittag, Herbst, Magdalena Z., goldiges Wetter, das Laub farbenprächtig, ihr mimisches Juchzen, vorzüglich. Der Doktor hörte den Ausführungen ordentlich zu, lenkte und unterhielt, gab anständig Inhalt, es waren wunderbare Stunden Ihr Lieben.

Am Hofe

In Begleitung eines Adjutanten, ein Spaziergang im Wald, nah das Schloss, märchenhaft. Symmetrie, ein großer Teich, die Ställe schnell erreichbar, ein Leben ist das…

Anmerkung: Wäre Magdalena Zofe, die Umstände anders, nein, Magdalena ist keine Zofe, adelig, freilich, eingeheiratet, über einen kleinen Umweg, aber nun ist sie des Grafen Gattin, traumhaft.

Ihre Fantasie, bezaubernd!

Es war der Notwendigkeit geschuldet, dass die Frau Gräfin vor kommendem Abend nochmals den Wald aufsuchte. Ein Trubel, die Buden, es ist Karneval, der Hof wird hergerichtet, überall aufgeregtes Treiben, ein Maskenball hat viele Reize. Auf dem Rückweg begegneten die beiden dem Grafen, in seiner Kutsche, begleitet von seiner Kammerzofe, ein kurzer Wink, der Tölpel auf dem Kutschersitz zog schnell an, aus dem wird sie wohl nicht schlau, die Gräfin…

unanständig und neugierig

Die große Wanne, es dampfte, die 2 Dienstmädchen gingen der Frau Gräfin zur Hand, Naturschwämme, etwas Seife, vom Adjutanten das Protokoll vorgetragen, diese Blicke, nun ja. Eröffnung des Balles um 8, die Tafel ist gedeckt, es duftet wild, gegessen wird zünftig. Zum Hauptprogramm Theater, der Hofstaat spielt auf, die eingeladenen Narren sorgen für nötigen Wirbel, Feuertanz, die Heilerin im Zelt und einige Kurtisanen.

Lang ist die Tafel, eine Perücke, das blonde Haar bedeckt, ein Hexenkleid, das Korsett, Frau Gräfin spielt sich selbst. Langsames Gehen, beobachten, die Registratur läuft auf! Hier und da Verbeugungen, die Trolle, immer am Springen, edle Musik, nach 20 Metern Tischgang, endlich der Platz, endlich sitzen.

„Guten Abend!“

Mit prüfendem Blick, die Stühle alle leer, die Anwesenden stehen, so ist es gewünscht, hier am Hofe, an jeder Ecke Diener, die Musik pausiert, mit dem Löffelchen, das Kristallglas gefüllt, bei Allen!

Zum Wohl Ihr Lieben, der Ball ist eröffnet… Musik!

Alle setzen sich, die Tücher, Wein wird nachgeschenkt, das Essen beginnt!

Gnädigste! Ja lieber Herr, wer sind sie? fragte die Gräfin den unbekannten Maskierten, der wohl nicht für einen Platz an der Tafel vorgesehen war. Unwichtig Frau Gräfin, unwichtig, erwiderte der schlanke Spross und verbeugte sich wohl elegant und schlich sich fort.

Gedanken: Mit dem Nudelholz, kräftig, fester, ein ungehobelter Klotz!

Nach etwa 40 Minuten spielte sich alles ein, ein erster Weinkrug ging zu Bruch,  Handgreiflichkeiten unterm Tisch, Gelächter, Obszönitäten, Derberes auch, die Kapelle lockerer, das Festessen insgesamt rustikaler. Frau Gräfin, irgendwann bemerkte sie die Abwesenheit des Gatten, ihre Wünsche wuchsen auch, wurden präziser, die schwindelig machenden Hüpfbewegungen der Narren, in den engen Hosen, mit den läutenden Zipfeln an der Mütze, Glöckchen hier, Glöckchen da, Fleisch, pures Fleisch, gezupft, ein Bratenduft, der Wein in Strömen, köstlich…

Kommen Sie Gnädigste!

Frau Gräfin, mittlerweile angemacht vom Wein, sie ließ sich verorten. Ein stattlicher Recke, ein Ritter, wohl nicht in Kampfmontur, nein, herausgeputzt, ein Umhang, die Stiefel, er packte die Gnädigste und verschleppte sie ins Zelt, die Hexe wartete bereits…

Die Frau Gräfin wertes Hexenweib!

Was kann ich für sie tun, fragte die Wunderheilerin den Edelmann? Ach liebes Weib, die Gräfin spielte gut, erschöpft, taub, die Augen schmal… Ach liebes Weib, die Herrin klagt über Leere, ihr Becken wohl unterkühlt, das Blut zu langsam, ihre Lust verloren!

Schrecklich lieber Herr!

Nach kurzer Unterhaltung über die notwendige Behandlung der Gnädigsten, wurde diese sanft, sie schlief wohl schon, aus der engen Korsage befreit. Engelsgleich, schon etwas mehr Luft, die samtige Unterlage, die Wunderheilerin konnte beginnen…

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„Vorzüglich…“

Herr Doktor, die Rezeptur, Magdalena schwärmt davon…

Ach so! Nun gut.

Zutaten: Getrockneter Brennnesselsamen, Honig

Testen und kosten Sie, auf die Angabe der Mengen verzichte ich, bitte Forschen Sie selbst, tasten Sie sich langsam ran. Den Samen, richtig fein mahlen, am besten im Mörser, Honig dazu. Ein Löffelchen in den belebenden Tee!

Und als ganz besonderen Fingerzeig, mit etwas Öl von der Olive noch verbinden.

Diese Tinktur behutsam aufs Lustknöpfchen, gern gebe ich eine Unterrichtsstunde, Sie wissen, aller Anfang ist schwer…

Maria, zum Wohl! Der Doktor…

Anneliese ist glücklich…

kunst und kultur ein sammelsurium der gedanken

Lesen ist doch wunderbar Ihr Lieben… Viele Grüße vom Berg! Spätestens Donnerstag sind wir zurück…

Es ist nicht was war wahr, es ist was kommen wird wahrscheinlicher. Originaltexte der Illuminati - FE - Der Orden der Frauen.

HEXEN