Komposition

Wände sprechen Bände.

Da vorn, da muss es sein!

Bald ist Mitternacht! Magdalena hat viele neue Fantasien kreiert, der Doktor ist von der Reise zurück, ich berichte später! Kompositionen, die Erschaffung eines Momentes, tonal, bildlich, eventuell beides.

Bahnsteig

Es war an einem Montagmorgen, gegen 4:30 Uhr klingelte der Wecker. Gemeinsames Frühstück, es goss in Strömen, noch 45 Minuten, dann müssen wir los.

hexenjournal-news-letter-paper-old-texture-zeitung

„Haben wir alles?“

Ein Tagesausflug, ein Treffen, Magdalena Z. will komponieren, das Studium, der Doktor, Bewegung, im Kopf geht es rund. 6 Uhr wurde der Zug bereit gestellt…

Guten Morgen, welche Plätze haben Sie reserviert?

Gedränge, Frau X. ging voran, der Doktor folgte, enger Gang,  am letzten Abteil des Wagens, ein prüfender Blick, das kurze Nicken, er schob die Tür auf und lies Frau X. eintreten.

  1. Klasse

Ganz anders, oder? Die 4 Plätze neben uns, leer, der Pfiff, genau vorm Fenster, langsam rollte der Zug aus dem Bahnhof.

„Magdalena hat mir berichtet, ganz vorzüglich Ihre Schule, etwas Strenge schadet nie, oder? Wie oft lesen Sie? Ich bin gespannt auf Ihr Examen, fast 3 Stunden haben wir Zeit.“


Magdalena Z.

An einem Ort, wir nennen ihn nicht, ein verwunschenes Haus. Das Sanatorium, abgelegen im Wald, es bietet vieles, ein Ort voller Mysterien, auch Magdalena Z. fand irgendwann hier her. Nicht ganz eindeutig, viele verwinkelte Gänge, die stillen Schwestern, der Doktor, sobald man aufgenommen ist, der Rundgang, Schwester Magdalena und Dr. Morten führen durchs ehrwürdige Gemäuer.

"Sanftes Klopfen, der Doktor hörte ab! Die Atemwege? Frei!"

Auch an dem Tag damals, als Magdalena ins Sanatorium einzog, eine spezielle Visite, angefangen im Keller, bis unters Dach. Kommen Sie, zunächst besichtigen wir die Abteilungen im Keller, da gibt es einiges! Ob es der gut ausgestattete Sportraum ist, oder die Saunaanlage aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein ganz bezaubernder Geist herrscht hier, Uhren werden Sie keine finden Frau Z. Schummriges Licht, die Ziegelwände dunkelrot, kalte klare Luft, begegnet sind die 3 niemandem! Insgesamt erstreckt sich das Gebäude über 3 Etagen, unter dem Spitzdach, einige Böden, viel Platz, Holzgeruch, hier und da Kisten und Körbe, aufgehangen an alten Wäscheleinen, Kittel, Tücher, auch Laken, durch die Fensterluken, Sonnenlicht.

„Es braucht diese Breite, unbedingt Frau X.!“

Kon-Vers (ation)

Der Doktor ist schon ganz ungeduldig! Welche Signale sollten beachtet, gesetzt werden? Diese Gedanken, ein ganzes Feld, die Ernte, wo lagern wir? Eng, so hoch wie es geht, Lippen, er berichtete schon von akuter Reizbarkeit, diesen Punkt nicht ignorieren, wenn die Zeichen erkannt, Konzentration, etwas öffnen, Sie sind doch auf Empfang, oder?

In der zweiten Etage, matter mintgrüner Putz bis zur Hüfte, dann unschuldiges Oker, fast weiß. Keine Klinken hier, weiter hinten, am großen Fenster, eine Dame, kurzer Kittel, die Haare streng, kein Zopf, zu kurz dafür. Als sie uns bemerkte, Blicke, dieser Hall bei jedem Schritt, ganz unterschwellig, überall glänzender Boden.

2 nackte ältere Damen in einem Haus.
Etwas Rauschen, das Licht in den Treppenhäusern, spartanisch!

Kostüm

Still war es, die erste Nacht, das Zimmer nicht größer als ein Zugabteil, aber dafür stetiger Ausblick, Wald, hohe Bäume, mehr als 7 Reihen durchdringt man nicht. Ausschließlich Einzelzimmer, ohne Namen, ohne Klinke, man ist für sich, das Frühstück im kleinen Essbereich, offen, am Gang.

Neben dem Waschbecken, die altertümliche Duschkabine, schweres Emaile, kein Plastik, einen Duschvorhang gibt es gar nicht. Überall Hinweise, gerade für´s  Studium, die Sanatoriums-Leitung achtet auf alles, täglich morgendliche Visite, danach etwas Sport, die Untersuchungen und Behandlungen beginnen 10 Uhr, geweckt wird 5:30 Uhr. Nach dem Duschen legte sich Magdalena auf das große Bett.

optisch-komposition-klassische-musik
Meditation

Kunst

Atmen Sie bitte tief ein Madame, ja, so ist es gut, vergessen Sie, dass Sie im Zug sitzen, konzentrieren Sie sich nur auf die Atmung, noch etwas weiter vor rutschen, ja, sehr gut. Spüren Sie das?

Ja?

Gut… Heute um 17 Uhr, melden Sie sich bitte im Zimmer 13, 2. Etage, linker Flügel,. Es wird gelingen, glauben Sie mir! Schwester Magdalena, würden Sie bitte übernehmen?


Metapher

Es freut mich, ein erster Gang, die neue Umgebung, Magdalena Z., es sprudelte förmlich, sie lies alles raus, der Doktor notierte, eine Welt, unglaublich, in einem langen Tunnel, automatisch, mattes gelbes Licht, der Zugbegleiter schloss das Abteil ab, er zog die Vorhänge zu, auch die am Fenster!

Ihre Fahrkarte bitte!

Er, stehend, Sie sitzend, etwas vorgebeugt, die Tasche auf dem Platz gegenüber, ein erster Einblick, Ihre Bluse, eine Inszenierung ist das! Schauen Sie mal nach rechts, neben Ihnen, der Zugbegleiter (schläft er?)!

„Ich find sie nicht…“

(In der Tasche wühlen, suchen!)
Gedanken:

Blicke, diese Bluse, was passiert da gerade? Warum hat er eigentlich die Vorhänge zugezogen Magdalena? Was bietet sich an? Vergessen Sie Ihren Termin um 17 Uhr nicht!

Der Raum

Schwester Magdalena bereitete alles vor, legte neue Tücher auf, überprüfte die Instrumente, alle Zutaten, das Besteck, ein bisschen Überblick schadet nie. 2 Fenster, der „Altar“, 2 schmale Vitrinen-Schränke, ein Schreibtisch mit klassischem Sessel und noch drei oder 4 runde rollbare Hocker. Die Operations-Liege, elektrisch, auf einem schweren grünen Stahl-Sockel, von der Decke baumelt die Schaltereinheit. Einige Seile, gut gehende Flaschenzüge, die 4-strahlige Operations-Leuchte rundet alles ab. Hydraulisch verstellbar die Höhe, die Lehnen, mal flach, wie Sie wünschen und es der Behandlung zuträglich ist, ausreichend Beinfreiheit. Die ganze Apparatur zentral auf runder Fließen-Insel, nicht die glatten, nein, fein geriffelte, die Sicherheit geht vor, in einer Stunde kommt die nächste Dame, ihre „Leiden“ wollen behandelt werden, ein genaues Studium ist nötig, seit 4 Tagen ist sie bei uns.

„Hmmm, Apfelkuchen…“

Meisterhexe Davina lernte sie in einem Café kennen, bestes Alter,  so ein Blick, die Lust wuchs permanent, das Experimentieren begann, und nun, als Krönung, die feierliche Manifestation. Davina wird Schwester Magdalena unterstützen, eine Oper, etwas Krimi, ein spannender Zweiteiler, pünktlich 17 Uhr klopfte es an der Tür.

Wie benommen, ganz unbekleidet nicht, Schwester Magdalena pumpte die Operations-Liege auf eine ideale Einstiegshöhe.

„Eine positive Sicht, Findung, das gemeinsame Ziel!“

burgfräuleins-Bräuche
Verbotene Bücher!

Streifzüge

Es war vor langer langer Zeit, die Burg ward besetzt, von fremden Heeren (Herren) umzingelt! Das Burgfräulein, eine Köchin, die Kammerzofe und die, nun nicht mehr hoheitliche, Frau Gräfin. Allein, betagtes Gemäuer, inmitten von weiten Wiesen, auf denen die Belagerer nun Zelte für die Soldaten und kleine Holzunterstände für die vielen Gäule platziert hatten. Alle männlichen Burgbewohner und auch die zugehörige Dienerschaft, tief unter der Erde, gut bewacht, im Burg-Verließ.

Der Umstand der Belagerung, die Not am Manne, fremdes Regiment, die Frau Gräfin, aber vor allem das Burgfräulein Antje, immer auf der Hut, eine List ward geboren, die uniformierte Obrigkeit muss bezirzt werden!

Nach einer Woche der Hektik, dem Einrichten, kam langsam Ordnung in diese Lage. Die Mannschaften hielten sich im Feld auf, die unteren Offiziere schliefen im Heuschuppen und die Generalität bezog Teile der Burganlage. Frau Gräfin, mit der Köchin und dem Burgfräulein, ja, die schliefen gemeinsam in einer kleinen Kammer, hoch oben, im Turm der Burg.

Ihr Lieben, natürlich, der einzige Zugang, am Fuße des Turmes, innen liegend, gut bewacht. 2 stattliche Soldaten, mit spitzem Gewehr, zu unserem Schutz, selbstverständlich.

krieg-belagerung-frau-gräfin-hat-besuch

Umsteige

Madame, die Dame aus dem Café, sie ist bereits angekommen, Davina leistet ganze „Arbeit“, das muss Liebe sein, Frau Richter, die Lehrmeisterin, stolze Blicke, tief, ein Glanz, überall. Diese Ur-Geräusche, wirklich stark, eine weibliche Kraft, diese Macht, das Lesen ist so wichtig, Ihr Lieben!

Davina kurbelte langsam, Madame, Ihre Füße durch die gegerbten Schlaufen, eine Beweglichkeit, stabil, fast neben den Ohren, der Doktor begann mit der Vorstellung. Offen die Bühne, die gute Sicht, ein Duett, Instrumente, der Herr Doktor – ein Geiger (?), ein starkes Stück, eine Arie! Nach kurzem melodischem Spaziergang, ein Springbrunnen, Meisterhexe Davina erfrischte sich, immer wieder dieses nasse Spiel, Intervalle, eine kleine Runde, die plötzliche Fontäne, Madame schaute begeistert.

Magdalena Z., eine Lektion, auf dem Turm wächst die Lust, was für ein Zyklus Ihr Lieben…

BITTE KLOPFEN!

Fenster

Die Frau Gräfin holte mit dem Burgfräulein gerade das abendliche Mahl, die engkurvige Wendeltreppe, der lange Weg nach unten, die schwere Holztür mit kleiner Luke. 3 mal klopfen, dann ging sie auf und einer der beiden Wachposten schob den kleinen Korb hindurch. Er wollte gerade wieder schließen, da fasste das Burgfräulein allen Mut zusammen und sprach ihn an!

„Frau Gräfin leidet lieber Fremder! Fieber, der Körper braucht den Grafen, darf sie für ein Stündchen ins Verließ zu ihm?“

Gelächter, fremde Sprache, der Soldat schloss das Fenster und Ruhe kehrte ein…

Als die beiden wieder oben in der Kammer waren, etwas Brot, Wurst und sogar Wein wurde ihnen gegönnt, hörten sie plötzlich Stimmen im Treppenhaus. Nichts verstehend, der Tisch unterm Fenster, draußen, hinter dem Gitter, Dunkelheit.

Ohne ein Klopfen, die Tür wurde geöffnet, herein kam die Köchin, mit einem der Soldaten.

Mir ist schwindelig!

Sagte die Frau Gräfin noch, bevor sie stilsicher vom Holzstuhl plumpste…

Das Burgfräulein begriff natürlich sofort, ohne zu zögern, laut:

„Schnell, es ist wieder so weit, das Blut der Gräfin, das blaue, es steht still…“

Die Köchin half Antje dabei die Gräfin auf das mit Stroh gefüllte Bauernbett zu legen, sie öffneten alle Schnüre des Kleides, zogen es auf und legten die Brüste frei. Links und rechts, das Burgfräulein, sowie die Köchin, kniend, eine Hand jeweils auf einem Gipfel, mit der anderen ein Bein positioniert…

„Schauen Sie Herr Soldat, die Gräfin, kommen Sie Ihrer Pflicht nach!“

Davina kurbelte noch ein wenig, Magdalenas Fantasien, ein Springbrunnen, der Doktor war zufrieden, butterweich, dieser strahlende Blick, immer wenn er Sie sieht, der Soldat folgte, leichtes Wippen, die Knie fest, Kontrolle. Die Köchin kochte, dass Burgfräulein passte gut auf, dass keiner unerlaubt kam, etwas Ordnung muss sein!

die-alte-tür-zum-spritzen-zimmer-in-der-unheimlichen-klinik

„Inspiration..!“

1881

für Maria

„Nichts scheinen Götter und Männer mehr zu fürchten, als den Verlust der Kontrolle über die Frauen.“

Mary Daly in „Gyn/Ökologie“ 1981

Wann fing es an? Die Sache, mit dem Teufel? Er wartet…